NRW-Gesundheit | 28.09.2026. Die Nase läuft, der Hals kratzt, und die Grippeimpfung steht vor der Tür. Auch in NRW steigen die Atemwegsinfekte gerade spürbar an. Was jetzt wirklich hilft und wie die Gesundheitsförderung in NRW aussieht, bespricht dieser Artikel im Detail.
Der Herbst ist da, und mit ihm die Zeit der Taschentücher. Bundesweit erkranken derzeit schätzungsweise 5,5 Millionen Menschen pro Woche neu an einem Atemwegsinfekt. Die echte Grippe hält sich dagegen noch zurück.
Genau deshalb lohnt jetzt der Blick auf die Gesundheitsförderung in NRW, also auf alles, was uns widerstandsfähiger macht, bevor wir krank werden. Wir klären nüchtern und alltagsnah: Was bringt wirklich etwas, und was ist nur gut gemeint?
Inhaltsverzeichnis
ToggleAtemwegsinfekte in NRW: Was gerade los ist
Die aktuellen Wochenzahlen zeigen einen moderaten Stand, der im üblichen Rahmen liegt. Seit dem saisonalen Tiefstwert Mitte August geht es allerdings stetig bergauf. Die Zahl schwerer Atemwegsinfektionen in Kliniken bleibt vorerst sehr niedrig.
Schnupfen statt Grippe
Aktuell dominieren gewöhnliche Erkältungsviren das Bild. In NRW wurden in der 38. Kalenderwoche 48 neue Grippefälle registriert, wenig für ein Land mit rund 18 Millionen Menschen.
Die Welle der vergangenen Saison begann erst Ende November und lief bis Anfang März. Zeit zum Vorbereiten bleibt also.
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Gesundheitsförderung im Alltag: Was den Körper stärkt
Gesundheitsförderung klingt nach Behörde, ist aber vor allem Alltag. Los geht es mit einem Vitamin, das im Herbst oft zu kurz kommt.
Vitamin D im Herbst: Status im Blick behalten
Im Herbst und Winter bildet der Körper deutlich weniger Vitamin D über die Haut, weil die Sonne in unseren Breitengraden dann nicht ausreicht. Fachleute raten deshalb, den eigenen Status im Blick zu behalten.
Präparate wie Vitamin D3 in Kombination mit K2 werden in diesem Zusammenhang häufig thematisiert, eine ärztliche Abklärung vor der Einnahme bleibt jedoch grundsätzlich sinnvoll. Am besten spricht man dies beim nächsten Arzttermin an.
Kleine Routinen mit großer Wirkung
Im Herbst halten wir uns wieder mehr in Innenräumen auf, und Viren haben leichtes Spiel. Deshalb zählen vor allem Gewohnheiten, die sich leicht umsetzen lassen.
- Bewegung: Ein täglicher Spaziergang hält Kreislauf und Laune in Schwung.
- Händewaschen: Regelmäßig und gründlich gewaschene Hände bremsen Erreger im Alltag.
- Lüften: Frische Luft senkt die Erregerzahl in Innenräumen.
- Schlaf: Wer ausgeruht ist, steckt Belastungen besser weg.
- Impfschutz: Ein Blick in den Impfpass zeigt, was noch fehlt.
Bei Husten und Schnupfen gilt: auskurieren und Kontakte reduzieren. Bei hohem Fieber oder Atemnot sollte man umgehend ärztlichen Rat einholen.
Grippeimpfung 2026/27 – Planung zählt
Ein zentraler Baustein der Vorsorge ist die Grippeimpfung.
Der richtige Zeitpunkt
Ideal ist ein Termin zwischen Oktober und Mitte Dezember, weil der Körper etwa zehn bis vierzehn Tage für den Schutz braucht. Viele Angebote starten schon jetzt.
Zum Termin gehört der Impfpass ins Gepäck. Bei akuten Infekten oder Fieber wird die Impfung besser verschoben.
Für wen die Impfung empfohlen ist
Auch später ist eine Impfung noch sinnvoll, empfohlen wird sie vor allem diesen Gruppen.
- Menschen ab 60
- Schwangere
- Pflegeheimbewohner
- Chronisch Kranke
- Beschäftigte in Medizin und Pflege
Gerade bei den über 60-Jährigen gibt es Luft nach oben: In der Saison 2024/25 war nur rund ein Drittel geimpft.
Für sie sehen die Empfehlungen besonders wirksame Impfstoffe vor, etwa Hochdosis-Varianten. Welcher passt, weiß die Hausarztpraxis.
Ein Termin für mehrere Impfungen
Grippe- und Corona-Impfung lassen sich bei Bedarf am selben Tag verabreichen. Wer in dieser Saison schon gegen Grippe geimpft wurde, braucht keine zweite Spritze. Ob zusätzlich Corona oder RSV sinnvoll sind, klärt die Hausarztpraxis.
Gesundheitsförderung: NRW setzt auf Netzwerke
Gesund bleiben ist keine Privatsache, sondern entsteht dort, wo wir leben und arbeiten.
Ein Planspiel für die Praxis
Am 24. November können Fachleute aus den Kommunen in Bochum üben, wie Gesundheits-, Jugend- und Stadtplanungsämter an einem Strang ziehen.
Im Rollenspiel verhandeln sie dafür über die Umgestaltung einer Grünfläche. Das Prinzip dahinter: Gesundheit soll in allen Politikfeldern mitgedacht werden.
Gesunde Kita: Stärke von Anfang an
Auch die Kleinsten profitieren: Das Programm „Schatzsuche“ stärkt die seelische Gesundheit von Kita-Kindern und läuft seit Januar 2026 landesweit. Es ist Teil des Landesprogramms „Gesunde Kita NRW“.
Mitreden erwünscht
Auch ältere Menschen sollen mitgestalten. Ein Kurs für Fachkräfte in Bochum widmet sich deshalb ihrer Beteiligung an der Gesundheitsförderung; die zweite Präsenzrunde folgt am 13. Oktober. Denn wer mitreden darf, macht eher mit.
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Gesundheitsförderung in NRW als Haltung
Am Ende zählt weniger das perfekte Präparat als die Summe kleiner Entscheidungen. Wir finden: Wer Gesundheitsförderung ernst nimmt, setzt auf Impfschutz, Bewegung und starke Netzwerke; Präparate können höchstens ergänzen.
Das gilt für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Kommunen, Kitas und Betriebe. Der Herbst ist der beste Zeitpunkt, um damit anzufangen, heute und nicht erst mit dem ersten Fieber.
Hinweis: Alle Angaben erfolgen trotz sorgfältiger Recherche ohne Gewähr, dieser Artikel ersetzt keine Gesundheitsberatung.
Quellen: Robert Koch-Institut, 2026; Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz NRW, 2026, u.a.
Bildquelle: Vlada Karpovich / Pexels (Symbolbild)